Unser Leben wäre sicherlich wesentlich angenehmer und friedlicher, wenn wir uns nicht mehr ärgern würden. Aber wie soll man das erreichen?

Zu aller erst: sich ärgern ist Kraft!

Das ist vielleicht ein bisschen einfach ausgedrückt, allerdings bringt es das Geschehen auf den Punkt. Wenn Sie sich ärgern, wird in Ihnen eine Kraft entwickelt, die sich in Geschrei, mechanischer Tätigkeit, schlechten Gedanken und teilweise bösen Worten äußert.

Diese Kraft kann dabei sowohl gutes als auch schlechtes bewirken. Schlecht ist sie natürlich, wenn Sie auf einen anderen losgehen. Gut ist sie hingegen, wenn Sie jemand anderen oder etwas damit beschützen.

Der Ärger kann also auch etwas Gutes bewirken, natürlich immer nur unter der Prämisse, dass man damit auch umgehen kann.

Man sollte also nicht dem Ärger zu Opfer fallen, denn dann kommt es zu Wutausbrüchen oder zu Magengeschwüren, wenn man den Ärger immer hinunter schluckt.

Es ist also ratsam, zu lernen, den Ärger zu kanalisieren, sodass daraus etwas Gutes entsteht. Wie das geht? Natürlich gibt es dafür kein Patentrezept, aber einige Tipps.

Zuerst sollten wir untersuchen, welche Ärgertyp Sie sind. Danach finden Sie heraus, was Sie dazu bringt, sich zu ärgern und was Sie dagegen tun können.

 

Welche Ärger-Typ sind Sie?
Es werden hier 2 Typen beschrieben, nämlich das Opfer und den Choleriker. Diese beiden Typen sind natürlich etwas übertrieben dargestellt, damit die volle Spannbreite möglichst gut dargestellt werden kann.

Dabei kann es übrigens vorkommen, dass man je nachdem, unter welchen Menschen man ist oder was einem gerade passiert kommen beide Rollen schlüpft. Auf der Arbeit wäre es dem Chef gegenüber nicht so gut, wenn man der Choleriker ist. Sie wissen, was ich meine.

 

Denken Sie doch einmal darüber nach, als Sie sich das letzte Mal geärgert haben.

Was war passiert, warum haben Sie sich geärgert?

Sind Sie dabei ausgerastet oder haben Sie sich eher verkrochen? Sind Sie laut geworden? Haben Sie etwas an die Wand geworfen, Türen geschlagen oder auf den Tisch gehauen? Oder haben Sie vor Wut geweint?

Wie haben Sie reagiert, wurden Sie aufbrausend oder immer ruhiger? Haben Sie schlimme Worte oder Beleidigungen gesagt?

Wurden Sie abweisend, kalt, oder sind Sie vielleicht einfach weggegangen?

Sie können sich die Fragen ruhig offen und ehrlich beantworten, denn außer ihnen wird niemand davon erfahren.

Das Opfer
Der Opfer-Typ versucht immer, in einer schwierigen Situation die Ruhe zu bewahren und unauffällig zu bleiben. Es wird oft versucht, dass man jede Konfliktsituation sofort im Keim erstickt, bevor es eskaliert. Man macht lieber einen Scherz oder lacht, wenn man in einer unschönen Situation ist. Man versucht abzuwarten, bis es einen besseren Moment gibt, den Konflikt zu klären.

Wenn man das aber tagein, tagaus macht, wenn man also ständig den Ärger hinunterschluckt, setzt man sich selbst unter große Anspannung. Man wird dauerhaft nervös, unruhig und schlussendlich auch gereizt.

Wenn das über Jahre hinweg so geht, so kann man selbst zu einer tickende Zeitbombe werden. Man explodiert irgendwann oder bricht unter der Last zusammen. Dies kann dann dauerhafter Rückenschmerz sein oder ein Burnout bzw. auch Magengeschwüre. Sogar Krebs kann davon ausgelöst werden.

Menschen, die so auf Ärger reagieren, haben häufig das Gefühl, schwach zu sein hilflos zu sein oder ohnmächtig zu sein.

Oft haben Sie ein negatives Selbstbild von sich, ebenso ein niedriges Selbstwertgefühl. Sie haben oft weniger Spaß im Leben oder sind oft auch einsam.

Oder sie neigen dazu, ihre Aggressivität passiv abzuarbeiten. Das kann sich dann zum Beispiel so äußern, dass man andere mit Absicht hängen lässt, dass man Termine nicht einhält oder dass man hinter dem Rücken tratscht.

Und natürlich gibt es immer wieder Menschen, die dieses Schema durchschauen und sich mit Absicht über diesen Ärger-Typ hinwegsetzen, da es sich ja nicht wehrt.

 

Der Choleriker

Der Choleriker macht sofort deutlich sichtbar, wenn er sich ärgert. Er schreit, er wird wütend, er haut auf den Tisch, oder er schlägt sogar zu. Er wird beleidigend und verletzend.

Er geht dazu sofort in den Angriff über, anstatt in Deckung zu gehen.

Auf den 1. Blick mag das so aussehen, als ob das ein Vorteil wäre. Tatsächlich dreht sich das aber irgendwann im Leben einmal auch ins Negative, denn auf die Dauer verliert man so alle Freunde und andere Menschen.

Kommt er richtig in Fahrt, der Choleriker, so gibt er selten die volle Breitseite, nur um sich ins rechte Licht zu setzen. Wenn sich der Rauch dann verzogen hat, stellt er nicht selten fest, dass er einen riesigen Schaden angerichtet hat.

Auf Distanz betrachtet bemerkt er dann, dass er einen Fehler gemacht hat und er schämt sich nicht selten dafür. Oft ist es auch so, dass sich tausendmal dafür entschuldigt wird und dass man den Schaden wieder gutmachen wolle. Doch leider ist es dafür oft zu spät.

Problematisch ist so ein Verhalten natürlich in der Familie, wenn die Opfer dieses Choleriker nicht ohne weiteres das Weite suchen können.

 

Wie Sie sehen, haben beide Ärgertypen also negative Folgen zu erwarten, wenn Sie nichts gegen ihren Ärger tun.

Man sollte also stets im Auge haben, dass sich Ärger nichts bringt und stattdessen sollte man versuchen, ruhig zu bleiben und einen Konflikt zurückzukehren. Denn wenn man sich ärgert, ist man blockiert, und das nicht nur für die nächsten paar Minuten, sondern teilweise für Tage.

Lernen Sie also am besten Entspannungsmethoden oder Meditation, damit sie sich nicht mehr ärgern müssen. Auch das regelmäßige Üben von Reiki ist von Vorteil, denn wenn man genug ausgleichende Energie in sich hat, wird einen der nächste Ärger nicht mehr so eiskalt erwischen.