Kommen wir nun zu einem immer wieder konfliktbeladenen Thema, nämlich ob und wie viel Geld man für Reiki nehmen darf.

Fangen wir einmal mit der Einweihung zum 1. bis zum 3. Grad und schließlich zur Weihung als Lehrer an.

Wenn Sie sich mal etwas im Internet schlau gemacht haben, so können Sie Preise von 100 €-500 € für die ersten 3 Grade finden, teilweise auch über 1000 € für den Meistergrad.
Die Weihung zum Lehrer wird schließlich noch wesentlich teurer gehandelt. Bis zu 5000 € werden da aufgerufen.

Da ich oft in verschiedenen Gruppen unterwegs bin, weiß ich natürlich, dass dies teilweise heftige Diskussionen auslöst. Der Grundtenor ist immer, dass man sich ja etwas bedient, was eigentlich umsonst und überall verfügbar ist. Es geht um die Energie des Reiki, die ja nichts kostet. Man lernt ja schließlich nur, wie man sie anwendet und das kann ja nicht so teuer sein. So dies Meinung derer, die am liebsten gar nichts zahlen wollen.

Früher war das sogar noch wesentlich schlimmer, da hat man teilweise für die Ausbildung zum Meistergrad bis zu 20.000 DM zahlen müssen. Und auch damals wurde schon heftig darüber diskutiert.

Reiki und Geld verdienen – Ich beschreibe einmal aus meiner Sicht, was ich daraus gelernt habe und wie ich darüber denke.

1. Man muss ja nichts bezahlen, was man nicht zahlen möchte.

Das heißt nichts anderes als: Wenn Ihnen etwas zu teuer ist, können Sie sich ja durchaus einen günstigeren Anbieter aussuchen.

Allerdings sollte man sich durchaus die Arbeit machen und herausfinden, wie gründlich man tatsächlich geschult wird. Es gibt heutzutage sogar Online-Einweihungen, wo man seinen Reiki Lehrer persönlich niemals kennenlernen wird. Ebenso wird man später, sollte man noch einmal eine Frage haben, keinen Lehrer haben, der diese beantwortet. Es gibt einen Reiki-Verband, der das sogar als Ausschlusskriterium nennt.

Auf der anderen Seite kann man bei einem guten, erfahrenen Meister die Schulung absolvieren, in die viel Zeit und viel Material investiert wird.
So gibt es durchaus Ausbildungen zum 1. Grad, die 100 Stunden dauern und in denen man an vielen Beispielen und in gegenseitigen Behandlungen lernt, was man denn so spürt mit seinen Händen.

Ich muss nicht sagen, dass sich die 2. Variante wesentlich besser finde als die 1., allerdings ist mir auch klar, dass nicht jeder sowie Geld investieren kann. Denn eine Ausbildung zum 1.°, die 100 Stunden dauert, würde ich ganz bestimmt nicht für unter 2000 € anbieten. Und selbst das wäre betriebswirtschaftlich im Einzelunterricht noch grenzwertig. (Miete, Reinigung, Material, usw.)

Gleiches gilt für den 2. Grad und natürlich ganz besonders für den Meistergrad. Ich selbst habe erfahren müssen, dass mit der Weihung zum Reiki-Meister meine Ausbildung zum Reiki-Meister erst begonnen hat.

Was ich damit sagen will ist, dass all das, was danach auf mich zukam, weit über das hinausging, was ich in der Schulung gelernt habe. Es zahlt sich deshalb immer aus, wenn man einen Ausbilder hat, der auch später noch für Fragen erreichbar ist.

Und ja, das koste natürlich alles Geld. Wollen Sie eine gute Ausbildung, kostet es mehr. Zahlen Sie weniger, kann die Ausbildung möglicherweise nicht die beste sein. Überlegen Sie, wie viel Ihnen die Ausbildung zum Reiki wert ist – oder man kann auch sagen: wie sehr ist Ihnen daran gelegen, gut geschult zu werden?

2. Ich gebe meine Lebenszeit, um anderen zu helfen. Aber auch ich muss leben können

Ein schöner Satz, für den mich viele steinigen werden. Also mal unter uns: wenn ich morgen im Lotto gewinne, dann verspreche ich, dass ich jeden Tag 1 Stunde lang egal wen behandeln werde, und das für umsonst.

Bis dahin ist es aber leider so, dass ich kein Millionär bin und dass ich für meine Behandlungspraxis Miete bezahlen muss, dass ich Strom bezahlen muss, dass ich auch sonstige Auslagen habe, dass ich meine Krankenversicherung bezahlen muss und auch für meine Rente vorsorgen muss. Das bedeutet schlicht und einfach, dass ich auch Geld verdienen muss! Deshalb kann ich Reiki nicht umsonst anbieten. Wer das kann, den beglückwünsche ich ausdrücklich dazu!

Ich gebe also ein Teil meiner Lebenszeit dafür, dass ich jemanden Reiki zukommen lasse, und der gibt mir dafür etwas Geld, damit ich so leben kann, um ihm Reiki zukommen lassen zu können. Es ist als für beide Seiten eine Win-Win-Situation, wenn man es so sehen möchte.

Übrigens gibt es tatsächlich aber auch Ausnahmen: Wenn jemand ebenfalls Reiki kann, so gehe ich oft auch den Deal ein, dass man sich gegenseitig behandeln kann. Dann fließt natürlich kein Geld.

3. Wie viel man für Reiki nimmt, bleibt jedem selbst überlassen.
Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass man mit gutem Gewissen das nehmen soll, was man sich wert ist. Wenn ich mich also für 5 € in der Stunde buchen lasse, so weise ich bei der Preisgestaltung schon darauf hin, dass ich mich wohl für nicht besonders gut halte.

Auf der anderen Seite sollte man auch wissen, dass wenn man zum Beispiel 200 € pro Stunde nimmt, man wohl kaum viele Kunden finden wird. Allerdings gibt es hier natürlich auch Ausnahmen. Es gibt einige Anbieter, die sogar noch wesentlich mehr nehmen und die gut davon leben können. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man wirklich richtig gut ist und wenn man entsprechend sich selbst gut vermarkten kann.

Im Moment, Stand 2020, sind die Preise für 1 Stunde Reiki irgendwo zwischen 30 und 60 €. Der Preis einer Behandlung liegt natürlich auch daran, inwieweit der Behandler Nebenkosten zu zahlen hat, also Miete usw.

Wenn jemand in seinem Eigenheim in einem kleinen Zimmer Behandlungen durchführt, kann er natürlich wesentlich günstigere Preise anbieten, also 30 €. Aber auch hier sei gesagt: man sollte nicht billig sein, sondern günstig! Und ganz wichtig ist: wenn man Geld nimmt, muss man auch Leistung bringen, denn ansonsten hat man schnell einen schlechten Ruf und wird niemals mehr Kunden bekommen!
Und man muß das Finanzamt verständigen, denn sonst gibt’s einen schlechten Karmaschub durch den zuständigen Finanzbeamten… und das wollen wir doch nicht, oder?